Wo bist du in deinem Leben?

Sorgst du gerne für andere Menschen – achtest auf ihre Wünsche und Bedürfnisse, versuchst zu erkennen, was sie brauchen und erfüllst ihnen, was dir möglich ist, sogar dann, wenn du müde und erschöpft bist?

Du bist umsichtig. Aufmerksam. Stellst dich zurück, damit es anderen gut geht, was sehr freundlich und liebenswert ist.

Aber sage mir, wann hat das jemand für dich gemacht?

Wann hat jemand auf deine Wünsche und Bedürfnisse geachtet, sich um dich gekümmert und sich darum bemüht, dir zu schenken, was du brauchst?

Du weißt es nicht?

Ich möchte in dir keinen Unmut auslösen jenen gegenüber, denen du Gutes tust und von denen du dir die gleiche Behandlung wünschen würdest.

Auch wenn Wut ihnen gegenüber früher oder später aufkommen kann.

Die wahre Ursache für deinen Ärger ist jedoch nicht die Tatsache, dass du vergebens auf eine Gegenleistung wartest, sondern dass du die Erfüllung deiner Wünsche und Bedürfnisse in die Verantwortung der anderen legst.

Aber es ist deine Verantwortung. Deine ganz allein.

Das mag sich hart anhören, aber es ist die Wahrheit.

Auch wenn du eine andere Art lebst und du dich für die Erfüllung der Bedürfnisse deiner Mitmenschen verpflichtet hast. Du wirst feststellen, dass sich andere dieser Aufgabe nicht verpflichtet haben.

Deswegen möchte ich dich dazu einladen, dich um dich zu kümmern. Dir Zeit zu nehmen für die Dinge, die dir wichtig sind, die dir Freude und Leichtigkeit schenken. Dir Zeit zu nehmen, um dich zu erholen und deine Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen.

Weil es sonst niemand macht.

Es ist nicht falsch, sich um andere zu kümmern, aber vergiss dabei nicht dich selbst. Sich um sich selbst zu kümmern ist nicht egoistisch. Das ist Selbstpflege, die nötig ist, um gesund und stark zu bleiben. Deine innere Stabilität ist der Maßstab für deine Belastbarkeit. Wenn du dich nicht um ein Gleichgewicht in dir bemühst, dann wirst du viel anfälliger für Stress und Unruhe sein. Dann gibst und gibst du und irgenwann bist du leer.

Es ist Zeit für dich.

Meinst du nicht?

Was tust du dir heute Gutes? Erzähl mir davon!

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4 thoughts on “Wo bist du in deinem Leben?”

  1. Liebe Bettina,
    ich lese sehr gern deine Artikel. Mit diesem hast du bei mir voll ins Schwarze getroffen. Es wird Zeit, dass ich mich mehr um mich selbst kümmere, damit es mir gesundheitlich wieder besser geht. Ich habe mich sehr viel um behinderte Menschen gekümmert und keinen Dank dafür erhalten.
    Deine Artikel, und besonders dieser, sind psychologisch sehr, sehr wertvoll. Wechsele bitte deinen Beruf, damit könntest du sicherlich mehr für dich herausholen. Ich wünsche dir dafür viel Erfolg und hoffe, dass du mir weiterhin sehr viele wertvolle Ratschläge geben kannst.
    Diese Einschätzung kann ich mit ruhigem Gewissen treffen, da ich aus Erfahrung spreche und es auch nicht nur so dahin sage, um dir zu schmeicheln. Es kommt aus tiefstem Herzen.
    Heute gehe ich wandern, um den Frühling zu begrüßen, um auf andere Gedanken zu kommen.

    Liebe Grüße von Günter

    1. Lieber Günter,
      wow, was für ein wunderschönes Kompliment! Ich danke dir von Herzen, denn dort hast du mich mit deinen Worten berührt! Disen Weg möchte ich tatsächlich weiterverfolgen und deine Worte bestärken mich darin.
      Es freut mich sehr, dass du für dich so viel aus den Beiträgen mitnehmen kannst und ich hoffe, dir auch weiterhin hilfreiche Impulse geben zu können.
      Ich wünsche dir viel Freude bei der Wanderung. Es tut so gut in der Natur zu sein und die ersten Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren.
      Liebe Grüße
      Bettina

  2. Danke liebe Bettina,

    ich habe es schon lange aufgegeben, für meine Hilfe etwas zu erwarten. Ich gebe nur noch um des Gebens willen. Es tut gut, auch mal ein wenig weiter zu helfen. Nur so. Und es ist kommunikativ.

    Aber ich gebe nur wenn ich will, und nicht mehr wenn ich meine es zu müssen. Und ich nehme mir die Freiheit, auch auszusprechen, wenn ich was dafür will. In den seltensten Fällen führt das zu Ablehnung. Im Gegenteil: Die Empfänger haben das Bedürfnis Ausgleich zu schaffen. Wird das verwehrt, fühlen sie sich in der Schuld. Das ist übrigens auch der Grund, warum so viele Helfer Undank für ihre Selbstlosigkeit ernten. Die Waage soll gerade hängen. Und unseren Selbstwert dürfen wir auch nicht an unserem „Gutsein“ festmachen. Dieses Thema hatte ich in meinen jungen Jahren sehr stark.

    Alles Liebe,

    Martin

    1. Lieber Martin,

      es ist bewundernswert, mit welcher Einstellung du an die Sache herangehst, denn genau das ist die Kunst, die es zu lernen gilt: Zu geben, wann wir geben möchten und Grenzen zu setzen, wenn wir an unsere Grenzen kommen. Und ganz genau: „Unseren Selbstwert dürfen wir nicht an unser „Gutsein“ hängen.“ Dieser Gedanke sitzt jedoch in den meisten von uns. Aber wir sind gut. Immer. Wir müssen anderen keinen Gefallen tun, um Wertschätzung zu bekommen. Wir sind wertvoll mit all unseren Eigenarten und Bedürfnissen. Wir sind wertvoll, auch wenn wir uns nicht an die Mehrheit anpassen oder andere Erwartungen nicht erfüllen.

      Danke dir für deine Worte!
      Alles Liebe

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