Selbstzweifel adé – In 4 Schritten deine Ängste überwinden

Kennst du auch diese innere Stimme, die dich immer wieder in Frage stellt – die an dir zweifelt, dich kritisiert und bewertet? Die dir immer wieder zeigt, dass du nicht gut genug bist und dich so davon abhält, Dinge zu tun, die du eigentlich gerne tun würdest?

Selbstzweifel können uns das Leben sehr schwer machen, weil sie uns oft darin blockieren, unseren eigenen Weg zu gehen und unser Potential zu entfalten. Bevor wir es überhaupt versuchen, machen wir einen Rückzieher, weil wir unseren Selbstzweifeln Glauben schenken.

Selbstzweifel erkennen

Selbstzweifel sind in erster Linie Fragen, die – wie der Name schon sagt – Zweifel über dich ausdrücken. Diese Selbstzweifel können verschiedene Bereiche von dir betreffen wie dein Aussehen, deine Fähigkeiten, deinen Verstand, oder deine Lebensweise.

  • „Bin ich gut genug?“
  • „Bin ich attraktiv?“
  • „Schaffe ich das?“
  • „Darf ich mir das erlauben?“
  • „Bin ich intelligent?“
  • „Bin ich auf dem richtigen Weg?“

Wie Selbstzweifel zu Überzeugungen werden – und damit zu deiner Realität

Entscheidend, ob Selbstzweifel zu hinderlichen Gedankenmustern werden ist, wie du diese Fragen beantwortest. Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl neigen dazu, diese Zweifel zu bestätigen: „Schaffe ich das?“ – „Nein, ich schaffe das nicht!“ Aus diesen Antworten können Glaubenssätze entstehen:

  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Ich bin nicht attraktiv.“
  • „Ich kann das nicht.“
  • „Ich schaffe das nicht.“
  • „Ich darf mir das nicht erlauben.“
  • „Ich bin dumm.“

Glaubenssätze wiederum erschaffen deine Realität, wenn sie zu Überzeugungen werden. Und diese erzeugst du durch Wiederholungen. Indem du dir immer wieder einredest, etwas zum Beispiel nicht zu schaffen, überzeugst du dein Unterbewusstsein allmählich von der Wahrheit dieser Behauptung und es fängt an, sich danach zu verhalten.

Du wirst zu dem Menschen, der du glaubst zu sein.

Woher Selbstzweifel kommen und welche Folgen sie haben

Selbstzweifel entstehen aus einem mangelnden Selbstwertgefühl heraus. Aus der Angst, nicht gut genug zu sein – nicht wertvoll oder liebenswert. Werden die Selbstzweifel zu Glaubenssätzen und tiefen inneren Überzeugungen, können sie unser gesamtes Leben negativ beeinflussen.

Vielleicht erkennst du dich in einer der Folgen wieder:

  • Du vergleichst dich häufig und reichst selten an dein Vergleichsobjekt heran. Dadurch bestätigst du deine Selbstzweifel und dich immer wieder in deinem mangelnden Selbstwert.
  • Du hältst dich klein, weil du keine andere Wahrheit über dich zulässt, als dass du nicht wertvoll und gut genug bist.
  • Du lebst in Abhängigkeit vom Verhalten anderer Menschen. Du richtest dein eigenes Verhalten danach aus, dass du Akzeptanz, Mitgefühl oder Liebe bekommst.
  • Du entwickelst selbstzerstörerisches Verhalten. Bestrafst dich in irgendeiner Form, weil du nicht zufrieden mit dir bist.
  • Du bist in Gegenwart anderer Menschen oft verunsichert und traust dich nicht, authentisch zu sein.
  • Du traust fremden Menschen nicht und kannst schwer echte Beziehungen eingehen. Du glaubst oft, andere Menschen denken schlecht von dir und baust so eine Trennung auf. Gehst du in Beziehung zu diesen Menschen, basiert sie auf einem Angstgefühl.
  • Du rechtfertigst dich oft für dich selbst. Entschuldigst dich für das, was du bist.
  • Du bist in Bezug zur Zukunft oder zu neuen Situationen oft ängstlich und sorgenvoll. Du befürchtest meistens das Schlimmste für dich.
  • Du hast nicht den Mut, deinem Herzen zu folgen. Du lebst dadurch in ständiger Sehnsucht, weil deine Träume immer nur Träume bleiben.
  • Du lebst im Mangel, weil du im Mangel denkst.

Oft werden deine Selbstzweifel im Außen bestätigt, was wiederum deine Überzeugung von der Wahrheit dieser Aussage festigt. Dabei ist es kein Wunder, dass andere Menschen die gleichen Zweifel über dich haben, die du über dich selbst hast. Die anderen Menschen sind dein Spiegel und reflektieren nur das, was du in dir trägst.

Da deine Überzeugungen deine Realtiät erschaffen und deine Erfahrungen wiederum deine Glaubenssätze beeinflussen, ist es wichtig, den Kreislauf von hinderlichen Selbstzweifeln zu durchbrechen und positive Glaubenssätze über dich zu festigen.

Selbstzweifel

In 4 Schritten deine Selbstzweifel überwinden

Unsere Selbstzweifel blockierenden uns darin, authentisch zu leben – und damit den Sinn unseres Daseins zu erfüllen: uns zu zeigen wie wir sind und uns zu entfalten. Das möchte unsere Seele. Das ist unsere Aufgabe, der ein jeder von uns bewusst oder unbewusst nachgeht.

Um unseres Lebens erfüllt und glücklich leben zu können, müssen wir daher die blockierenden Gedankenmuster auflösen, die uns daran hindern, unseren eigenen Weg zu gehen.

Schritt 1: Selbstzweifel erkennen

Beobachte mindestens Woche lang deine Gedanken und finde deine Selbstzweifel und blockierenden Glaubenssätze heraus. Schreibe folgende Beobachtungen in ein Notizbuch:

  • In welcher Situation zweifelst du an dir?
    z. B.: Ich habe eine Verabredung
  • Wie lautet der Zweifel?
    z. B.: Ich frage mich, ob ich gut aussehe.
  • Wie lautet deine Antwort?
    z. B.: Ich finde mich in keinem Outfit attraktiv.
  • Was ist die Folge?
    z. B.: Ich gehe trotzdem zur Verabredung, fühle mich aber nicht wohl.
    z. B.: Ich sage die Verabredung ab.

Durch diese Übung enttarnst du deine Selbstzweifel. Das ist nötig, um überhaupt mit ihnen arbeiten zu können. Was du ebenfalls sehen kannst ist, wie viel Macht sie über dich und dein Leben haben.

Schritt 2: Selbstzweifel überprüfen und Ziele setzen

Um deine Selbstzweifel überwinden zu können ist es nötig, den Glauben an sie zu verlieren. Das kann gelingen, indem du deine Selbstzweifel überprüfst und hinterfragst:

ÜBUNG: Überprüfe deine Selbstzweifel

Ist dein Selbstzweifel / die Aussage über dich wahr?

Frage hierzu auch gerne deine Freunde und Mitmenschen. Welchen Eindruck haben sie von dir? Oft ist die Selbsteinschätzung eine andere als die Fremdeinschätzung. Oft wird hier schon dein Glaubenssatz bröckeln, weil du nicht zu 100% sagen kannst, dass wahr ist, was du über dich erzählst. Dadurch wird es dir einfach fallen, deine Zweifel nicht mehr zu bestätigen. Wenn du das Gefühl hast, dass es sich lediglich um einen flaschen festgefahrenen Glaubenssatz handelt, kannst du auch gerne zu Schritt 3 gehen.

Wenn der Zweifel weiterhin bestehen bleibt, frage dich, warum du diesen Zweifel hast.

ÜBUNG: Hinterfrage deine Selbstzweifel und setze dir Ziele

  1. Schreibe den Zweifel auf und warum er da ist.

Beispiel 1: Ich traue mich nicht, mich selbstständig zu machen, weil… (vervollständige den Satz)

Schreibe einfach darauf los. Du wirst sehen, dass du die Antwort weißt und dass in dieser Antwort auch meist die Lösung liegt. Wenn du zum Beispiel vervollständigst: „…,weil ich glaube, nicht genug Fähigkeiten zu haben“, liegt die Lösung bereits vor dir: Du benötigste gewisse Fähigkeiten, um den Zweifel auszuräumen und dich selbstständig machen zu können.

Beispiel 2: Ich traue mich nicht, ein Buch zu schreiben, weil (…), z. B.: ich nicht schreiben kann.

Auch in dieser Antwort liegt die Lösung: Lerne Schreiben.

  1. Mache dich auf den Weg zum Ziel:

Beispiel 1: Frage dich, welche Fähigkeiten du genau brauchst, um dich selbststädig zu machen und wie / wo du diese lernen kannst. Eigne dir im Anschluss diese Fähigkeiten an.

Beispiel 2: Frage dich, wie du schreiben lernen kannst. Fähigkeiten zu lernen gelingt nur durch Tun und wenn du nicht beginnst, wirst du nicht lernen können. Daher ist ein erster Schritt, es einfach mal zu machen. Schreibe drauf los. Je öfter du etwas tust, desto besser wirst du darin. Wenn du möchtest, suche dir Unterstützung von einem Fachmann und lass dich professionell begleiten und ausbilden. Auch das wird dir Sicherheit geben und dich zum Ziel führen.

TUN ist das Zauberwort, wenn es darum geht, Ziele zu erreichen.

Dieses Tun kann Überwindung kosten, wenn du hierfür deine Komfortzone überwinden musst. Wobei du nichts überstürzen musst. Oft machen wir uns zu viel Druck und erwarten zu schnell zu viel von uns. Es gibt viele Wege zum Ziel. Frage dich, welcher Weg FÜR DICH passend ist. Gehe in deinem Tempo und bleibe nicht stehen. Dann wirst du dein Ziel erreichen.

Du kannst alles schaffen – wenn du nur willst!

Betrachte Selbstzweifel nicht als Problem, sondern als Aufgabe, die es zu lösen gilt. So können sie dir dabei helfen, deine Schwächen/Ängste zu erkennen und Wege zu finden, um sie zu stärken und auszuräumen.

Schritt 3: Neue Glaubenssätze / Affirmationen bilden

Wenn du in dem Bewusstsein auf Selbstzweifel blickst, dass sie keine Probleme, sondern Aufgaben für dich sind, wird es dir wahrscheinlich ganz von selbst immer schwerer fallen, deine Selbstzweifel (weiterhin) zu bestätigen. Dennoch ist es hilfreich, sich Glaubenssätze oder Affirmationen zu überlegen, mit denen du deinen Zweifeln entgegenwirkst. Glaubenssätze oder Affirmationen, die aktuell zu dir und deiner Situation passen.

Wenn du zum Beispiel den Selbstzweifel hast, (aktuell) nicht fähig genug zu sein, dich selbstständig zu machen, dann könnte ein Glaubenssatz lauten: „Ich kann alles schaffen, wenn ich nur will.“ und eine Affirmation: „Ich bin dabei, mich auszubilden, um die nötigen Fähigkeiten für die Selbstständigkeit zu erlernen.“

Überlege dir einen passenden positiven Glaubenssatz, der immer auf die Lösung fokussiert ist. Er sollte dir schon beim Aussprechen / Denken ein gutes Gefühl schenken. Ihn kannst du dann einsetzen, wenn ein bestimmter Selbstzweifel auftaucht und auch immer wieder neu anpassen, wenn es nötig sein sollte.

„Es gibt immer eine Lösung.“

Das ist zum Beispiel eine tägliche Affirmation von mir, die für mich zur Überzeugung wurde. Dieser Glaubenssatz hilft mir unter anderen dabei, meinen Zweifeln entgegenzuwirken. Ich weiß, dass es immer eine Lösung für die Problemfrage gibt. Und ich bin überzeugt, dass es auch für jeden deiner Selbstzweifel eine Lösung gibt, die du Hier und Heute angehen kannst.

Selbstzweifel überwinden

Schritt 4: Erfolgserlebnisse schaffen

  1. Den Fokus richtig setzen

Du selbst kannst bestimmen, welche Erfahrungen du im Leben machst. Oft hindert uns ein falscher Fokus daran, unsere Erfolge wahrzunehmen. Wir fokussieren den Mangel, anstatt die Fülle:

  • Wir fokussieren das, was nicht gelungen ist, anstatt das, was gelungen ist.
  • Wir fokussieren das Problem, anstatt die Lösung.
  • Wir fokussieren die Schwächen, anstatt die Stärken.
  • Wir fokussieren den Misserfolg, anstatt den Erfolg.

Übe dich darin, den Fokus in die Lösung zu legen. Lenke deine Aufmerksamkeit bewusst in die Fülle und lerne so, deine Erfahrungen positiv zu bewerten.

  1. Erfolgserlebnisse verursachen

Deine Überzeugungen verursachen deine Realität. Aus diesem Grund ist es nötig, jene Überzeugungen zu schaffen, die eine Realität erzeugen, die du sehen möchtest. Zum einen gelingt das durch das veränderte Denken (siehe Fokus und neue Glaubenssätze). Zum anderen gelingt das durch tatsächliche Erfolgserlebnisse. Diese stärken das Vertrauen in dich und festigen positive Glaubenssätze über dich.

Schaffe dir deshalb bewusst Erfolgserlebnisse.

Setze dir für den Anfang einfache Ziele, von denen du weißt, dass du sie erreichen wirst und freue dich, wenn du das Ziel erreicht hast. Zum Beispiel ein Workout von 15 Minuten absolvieren. Jemandem ein Kompliment machen. Eine gesetzte Tagesaufgabe abschließen. Eine Woche jeden Morgen fünf Minuten meditieren.

Ganz egal. Haupsache du erreichst es.

Nun wirst du vielleicht sagen, dass das kein echter Erfolg und keine wirkliche Herausforderung ist. Ist das so? Dazu möchte ich gerne wieder auf Schritt 1 verweisen, wo du feststellen wirst, dass du dich von Erfolgen abhältst, weil du deine Erfolge gar nicht wahrnimmst oder nicht anerkennst. Kennst du die Redewendung: Wie im Kleinen, so im Großen? Wenn du dich über kleine Erfolge nicht freust, wie soll es dir dann bei einem großen Erfolg gelingen?

  1. Erfolgstagebuch schreiben

Schreibe dir täglich abends in ein Notizbuch drei Dinge, die dir heute gut gelungen sind.

Zum Beispiel, dass du bei einem Vorwurf gelassen geblieben bist, einem Menschen zugehört hast oder ein bestimmtes Ziel erreicht hast (siehe Erfolgserlebnisse verursachen).

Durch diese Übung lenkst du deinen Fokus auf deine Erfolge und Qualitäten. Du stärkst damit immer mehr deinen Selbstwert und baust nach und nach deine Selbstzweifel ab.

Überwinde deine Selbstzweifel und entfalte dich

Selbstzweifel können meist nicht von heute auf Morgen beseitigt werden. Vor allem nicht, wenn sie zu Überzeugungen und festgefahrenen Denkmustern geworden sind. Sie aufzulösen erfordert Geduld, die es sich lohnt, aufzubringen. Denn je mehr du deine Selbstzweifel überwindest, desto mehr erlaubst du dir, dich zu entfalten – deine Flügel auszubreiten und deine Schönheit und dein Potential zu zeigen und zu nutzen. Das wiederum schenkt dir Glück und Erfüllung.

Bist du bereit dafür? :)

Wie gelingt es dir, deine Selbstzweifel zu überwinden? Hast du weitere Tipps?

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