Die Energie in dir zum Fließen bringen

Diesen Beitrag schreibe ich aus persönlichem Anlass. Ich war vor kurzem sehr unzufrieden mit mir selbst und irgendwie auch mit meinem Leben. Ich konnte nicht wirklich sagen, was der Grund dafür war, aber etwas lag schwer auf meiner Seele. Ich habe das, was ich sonst mit Freude gemacht habe, nicht mehr gerne gemacht und konnte nicht mehr richtig genießen, wofür ich sonst unglaublich dankbar bin.

Was war passiert?

Ich habe die Stille aufgesucht und mich gefragt, was los ist. Ich habe in mich hineingespürt und den Ursprung der Unzufriedenheit ausfindig gemacht – und er lag in meinen Zielen. In meinen Zielen, die ich von Herzen gerne erreichen möchte. Für die ich einen Teilzeitjob angenommen habe, um mehr an ihnen arbeiten zu können.

Nur etwas Entscheidendes war anders: Die Motivation für meine Ziele. Und die hat dafür gesort, dass die Energie in mir nicht mehr fließt.

Was du von deinem Atem über das Fließen lernen kannst

Um dir das Verständnis für das Fließen klarer zu machen, möchte ich kurz auf deinen Atem eingehen.

Dein Atem fließt – wie man im Yoga und der Meditation so schön sagt. Was heißt das? Du atmest auch ohne dein Zutun. Du atmest, auch wenn du nicht auf deinen Atem achtest. Du atmest während du schläfst. Du atmest, während du arbeitest. Du atmest, während du dich anstrengst. Du atmest, während du entspannst.

Dein Atem ist immer da.

Er fließt, wenn du ihn fließen lässt – denn du kannst ihn auch beeinflussen – negativ als auch positiv. Du kannst ihn darin blockieren oder unterstützen zu fließen.

Wie du deine Atmung beeinflussen kannst

  • Du kannst die Luft anhalten.
  • Du kannst tief atmen.
  • Du kannst flach atmen.
  • Du kannst langsam atmen.
  • Du kannst schnell atmen.
  • Du kannst mit Druck atmen.
  • Du kannst mit weit offenem Mund atmen.
  • Du kannst mit wenig geöffnetem Mund atmen.
  • Du kannst „in den Bauch“ atmen.
  • Du kannst „in den Brustkorb“ atmen.
  • Du kannst durch die Nase atmen.
  • Du kannst durch den Mund atmen.

Deine Atmung sichert dir dein Überleben. Sie versorgt deine ganzen Zellen in deinem Körper mit Sauerstoff. Sie sorgt dafür, dass der verbrauchte Sauerstoff wieder aus deinem Körper hinausgelangt, um wieder Platz zu haben für neuen Sauerstoff, der dich mit Energie erfüllt. Das macht sie ganz alleine, nur wir greifen oft ein und stören den natürlichen Fluss der Atmung, indem wir (oft unbewusst) das Fließen behindern.

Das Leben fließt durch dich

So wie der Atem durch dich fließt, fließt auch das Leben durch dich – ohne dein Zutun. Es ist die Energie, die durch dich wirkt und die dich führen möchte. Die dich dabei unterstützt, im Einklang mit dir zu leben und dir zu zeigen, wo die Reise für dich hingehen darf. Du nimmst sie wahr, wenn du in dich hineinspürst. Es ist die Energie, die dir zeigt, was sich gut anfühlt und was nicht. Was sich stimmig anfühlt und was nicht.

Diese Energie kannst du – wie deinen Atem – negativ als auch positiv beeinflussen. Du kannst sie daran hindern oder darin unterstützen zu fließen.

Leider blockieren viele Menschen unbewusst ihre Energie und spüren diese Blockade im „Anfangsstadium“ in Form von unangenehmen Gefühlen. So war es auch bei mir der Fall und ich habe auf diese Botschaft reagiert. Denn je länger wir den Energiefluss blockieren, desto stärkere Auswirkungen wird dieser Umstand auf deinen Körper und deine Psyche haben.

Was bei mir die Blockade ausgelöst hat, war mein Denken in Mangel.

Energie in dir zum Fließen bringen

Wie mein Denken im Mangel meine Lebensenergie am Fließen gehindert hat

Was heißt Denken in Mangel?

Denken in Mangel bedeutet, dass dein Antrieb – deine Motivation – ein Ziel zu verfolgen, aus der Sehnsucht heraus entsteht, dieses Ziel zu brauchen. Du definierst dich über dieses Ziel und machst dich dadurch von ihm abhängig. Du „musst“ es erreichen, weil du nur dann glücklich sein kannst.

Und genau das ist mir passiert.

Ich habe die Verbindung zu mir verloren. Ich habe mich schleichend und unbemerkt von meinen Zielen abhängig gemacht. In der heutigen Zeit, die so durch Erfolg und Wachstum definiert wird, habe ich mich mit denen verglichen, die auf einem ähnlichen Weg sind wie ich oder die bereits meinen Traum leben. Ich wollte JETZT SCHON so erfolgreich sein, wie sie es sind und JETZT SCHON tun, was sie tun. Ich wollte das Ziel erreichen, um mich gut und erfolgreich zu fühlen. Die Freude, dieses Ziel zu erreichen wurde überschattet von dem Druck, das Ziel erreichen zu müssen.

Ungeduld ist das Stichwort dazu.

Diese Ungeduld hat zu Druck und Anspannung in mir geführt, durch die ich meine Energie am Fließen gehindert habe. Das hat sich darin gezeigt, dass ich unzufrieden wurde. Ich habe mir nicht mehr genügt und mein Leben hat mir auch nicht mehr genügt. Der fehlende Energiefluss hat bei mir zu Schreibschwierigkeiten und Energielosigkeit geführt und dass ich aufgrund dessen auch an mir und meinem Weg gezweifelt habe.

Woran du erkennst, ob du dich von deinen Zielen abhängig gemacht hast

Abhängig kannst du dich von deinen Zielen machen, wenn du zu sehr nach Selbstoptimierung strebst. Wenn du zu hohe Ansprüche oder Erwartungen an dich oder dein Leben hast, die dafür sorgen, dass du dich unter Druck setzt.

Wenn in dir Glaubenssätze in der Art entstehen, dass du etwas Bestimmtes erreichen oder leisten musst, um glücklich oder erfolgreich zu sein.

In diesem Fall machst du dich von deinem Ziel abhängig, weil du dich über dein Ziel definierst. Du verfolgst es aus einem Mangelgedanken heraus.

Du brauchst dieses Ziel, um….

Dadurch hat das Ziel dich in Besitz genommen.

Ziele sind wichtig und können den nächsten Schritt in deinem Leben bedeuten, aber wenn die Ziele dich in Besitz haben, dann gehst du nicht mehr mit Freude auf dein Ziel zu. Dann verfolgst du es mit Druck und Zwang, weil du es für dein persönliches Glück brauchst. Und genau das hindert die Energie in dir am Fließen und schwächt sie. Sie kann dich nicht mehr zum Ziel tragen, weil du die Energie durch dein zwanghaftes Denken negativ beeinflusst.

Dieses zwanghafte Denken kann zum Beispiel auch ein Grund dafür sein, warum manche Frauen, die sich so sehr wünschen schwanger zu werden, nicht schwanger werden. Sie machen ihr Glück von diesem Ziel abhängig. Der Antrieb, schwanger zu werden, entsteht aus dem Mangeldenken und der Abhängigkeit heraus, ein Kind unbedingt zu brauchen, um glücklich zu sein.

Abhängig kannst du dich auch von Menschen machen. Wenn du dein Leben zu sehr von außen bestimmten lässt und dich über die Reaktion anderer Menschen definierst.

Wenn du deinen Selbstwert daraus ziehst, was andere von dir denken oder wie sie dich behandeln. Wenn du nicht mehr darauf achtest, was dir gut tut, sondern darauf achtest, was andere von dir erwarten, wollen oder brauchen. Dann erfüllst du genau diese Anforderungen, um wahrgenommen, akzeptiert oder geliebt zu werden. Um Sicherheit zu bekommen.

Auch hier BRAUCHST du dieses Ziel (die Reaktion der Menschen), um….

Der Antrieb für dein Handeln entsteht auch hier aus einem Mangelgedanken heraus.

Aus welcher Motivation heraus verfolgst du deine Ziele?

Um zu erkennen, aus welcher Motivation heraus du deine Ziele verfolgst, ist es nötig, in dich hineinzuspüren. Dazu kann ich dir Achtsamkeit und Meditation empfehlen.

Suche die Stille auf und verbinde dich mit dir.

Schreibe dir deine Ziele auf und frage dich ehrlich, was dein Antrieb für sie ist.

Was ist die Motivation hinter deinem Ziel? Freude oder Druck? Liebe oder Angst?

Welche Erkenntnisse gewinnst du aus den Antworten?

Ist es an der Zeit, deine Ziele neu zu definieren und dir jene zu suchen, die dich mit Begeisterung erfüllen?

Oder ist es vielleicht nur an der Zeit, von dem zwanghaften Denken „zu müssen“ und „zu sollen“ loszulassen und dir (wieder) zu erlauben „zu wollen“ und „zu dürfen“?

Die Energie wieder ins Fließen bringen

Deine Lebensenergie fließt, wenn die Motivation, mit der du etwas tust, aus der Fülle heraus entsteht. Wenn du nicht auf dein Ziel zugehst, weil du es brauchst, sondern weil du Freude daran hast, auf dein Ziel zuzugehen. Wenn bereits der Weg für dich zum Ziel wird.

Wenn Begeisterung dein Antrieb ist und du von Leichtigkeit getragen wirst. Dann lässt du dich von der Energie deines Herzens tragen – vom Leben selbst, das durch dich wirkt.

Das heißt nicht, dass es nicht mal anstrengend wird, sondern dass du auch in anstrengenden Phasen die Motivation behältst, diese Herausforderungen anzugehen, weil dir der Weg zum Ziel immer noch Freude bereitet.

Auch ich habe mich wieder daran erinnern dürfen.

Ich habe mir wieder erlaubt, zu genügen und auf der Reise sein zu dürfen. Mir erlaubt, das Leben durch mich fließen zu lassen und den Weg zu genießen. Mir die Zeit zu geben, die ich brauche und die Wachstum und Erfolg brauchen.

Meditation und Achtsamkeit sind Wege, um mich immer wieder mit mir zu verbinden und mich an das Wesentliche zu erinnern: Warum bin ich hier? Was ist wichtig im Leben? Warum verfolge ich meine Ziele?

Du fragst dich, wo genau du ankommen wirst?

Lass das ein Stück weit offen. Wichtig ist, dass du dich von der richtigen Energie tragen und leiten lässt. Dass du die richtige Motivation als Antrieb nimmst, um deine Ziele zu erreichen.

Das Ergebnis kommt von ganz allein.

Wie heißt es im Zen-Buddhismus? Achte nicht auf das Ergebnis, das Ergebnis ist nicht wichtig.

Welche Ziele verfoglst du im Leben und warum?

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4 thoughts on “Die Energie in dir zum Fließen bringen”

  1. Ein wundervoller Beitrag, aktueller denn je Liebe Bettina!

    Jeder, der einen neuen Weg sucht, sich auf einen neuen Weg begibt bzw. sich auf ihm befindet, kennt diese Gefühle die da hochkommen, wie Zweifel, Angst, nachlassender Mut und vor allem die Frage “ WIE“. Und genau dieses „WIE“, ohne “ vom Weg abzukommen“ beschreibst du in deinem super Beitrag! Das Ziel sollte klar vor den Augen liegen, doch nicht „den Weg“ dahin für uns verschleiern…

    Das Leben liegt vor uns und möchte beachtet werden . Was kann ich auf meinem neuen Weg alles entdecken, sehen, spüren, von was überraschen lassen, an Wunderschönem sammeln ??? usw.. mir haben vor kurzem auch wunderbar das bewusste Atmen und dein Buch geholfen, um tief in mir zu erfühlen und zu spüren, ob es sich lohnt, meinen neuen Weg weiterzugehen… und JA!! Ich möchte weitergehen, diesen Weg, auch wenn er steinig wird, denn ich möchte NICHT, mein Leben so wie bisher weiter „erleben“… und halte mich bereit, neues und Unbekanntes dabei kennenzulernen…

    Alles Liebe für dich und deinen Weg!
    Herzlichst Anja

    1. Liebe Anja,

      herzlichen Dank für deine Zeilen! Ich freue mich sehr für dich, dass du auf einem so guten Weg bist und dich so mutig dem Leben öffnest, um zu erfahren, wohin es dich bringt. Und ich freue mich riesig, dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Dich in dunkleren Phasen unterstützen und dir beim Aufblühen zusehen zu dürfen.

      Auch dir alles Liebe für deinen Weg!

      Ganz liebe Grüße
      Bettina

  2. Danke liebe Bettina dafür, dass Du Dein Leben und Deine Erfahrungen mit uns teilst.

    Ich kenne das wovon Du schreibst nur viel zu gut. Ich hatte mal das unbedingte Bedürfnis mich ausschließlich der Kettensägenschnitzerei zu widmen. Doch dann als ich einigermaßen gut darin war, versiegte diese Leidenschaft augenblicklich. Nur mit Mühe konnte ich mich aufraffen, etwas zu schaffen. Und meine kreative Quelle schien zu versiegen. Der finanzielle Erfolg ließ natürlich auch extremst zu wünschen übrig.

    Was war geschehen? Ich hatte es übersehen, dass diese Fähigkeit nur ein bestimmter Schritt zu meiner Berufung und Erfüllung war. Erst als ich mich mit aller Konsequenz dafür entschied, Kurse zu geben – und zwar Einzelkurse, um meinem Bedürfnis nach intensivem nahen Kontakt gerecht zu werden – kam meine Energie wieder zurück.

    Es ist so wichtig, nie unsere Bedürfnisse aus dem Augenmerk zu verlieren. Was hätte es mir geholfen, wenn ich ein endlos volles Auftragsbuch gehabt hätte? Ich wäre vereinsamt, und meine Gabe mit Menschen zu arbeiten wäre brach liegen geblieben.

    Der Fluss unserer Energien ist ein sehr wertvoller Zeiger. Nur solange er uns gut versorgt, sind wir auf dem richtigen Weg. Ist dies nicht mehr der Fall, ist es an der Zeit uns unsere Bedürfnisse anzuschauen und weiter zu gehen. Und der nächste Schritt baut meist auf dem vorherigen auf. Und wenn der letzte Schritt ein echtes Herzensprojekt war, dann ist er immer die Grundlage für alles was gegangen werden will.

    Ich kann mir mittlerweile auch gut vorstellen die Kettensäge ganz aus der Hand zu legen, und nur mit Menschen in irgend einer Weise kreativ zu arbeiten. Aber den intimen echten Kontakt möchte ich um keinen Erfolg der Welt mehr vermissen.

    Ich musste 52 Jahre alt werden, endloses Leid erfahren, um das zu erkennen und den Mut zu finden das zu tun. Ist das nicht verrückt? Ich kann mich erinnern, als wir am Ende unserer Lehre von unserem Berufsschullehrer gefragt wurden, ob wir in unserem nun erlernten Beruf bleiben wollen, oder etwas Anderes machen wollen, war mir ganz klar dass ich mit Menschen arbeiten wollte. Mein Ego hat mich so lange aufgehalten.

    Unsere Bedürfnisse zu nähren. Eigentlich das natürlichste der Welt. Doch leider werden wir so erzogen, dass wir funktionieren. Die Selbstliebe wird uns abtrainiert, und durch „Erfolg“ ersetzt.

    Gott sei Dank ändert sich die Zeit, und es werden echte Werte wieder „in“.

    Liebe Bettina, Du bist ein großer Pionier für diese neue Zeit. Danke für Deine Arbeit. Viele Menschen werden sich an Deiner Liebe und Weisheit noch erfreuen, und auch Du wirst Dir selbst noch endlos Gutes tun können.

    Alles alles Liebe, und herzlichen Dank,

    Martin

    1. Lieber Martin,

      ganz lieben Dank für deinen Kommentar, das hast du sehr schön formuliert und sollten wir uns immer wieder vor Augen halten.

      Danke für dich als „Gleichgesinnten“ und den Austausch, den du möglich machst. Danke für deine bestärkenden Worte.

      Alles Liebe und Gute für dich
      Bettina

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